Meet Hip Hop

Was ist dann nun eigentlich "HipHop"?

HipHop bezeichnet eine Subkultur, die aus vier Grundelementen besteht und sich bereits Mitte der 70er in den Staaten (Bronx/N.Y.) entwickelte.

B-Boying

DJing

MCing

Writing 

Damals wurde der beste Freund des "Black Spades" Gangmembers Lance Aasim bei einem Straßenkampf rivalisierender Banden erschossen. Wachgerüttelt durch diesen dramatischen Verlust, kehrte Aasim daraufhin der Straße den Rücken, um kurze Zeit darauf unter dem Namen "Afrika Bambaataa" einen beispiellosen Kampf für Respekt durch friedliche Competition (Battle-Kultur) zu beginnen. Mit der Gründung der "Zulu Nation", einem Zusammenschluss verschiedener Anhänger der 4 Elemente, begann sich Rapmusik auf den Grundpfeilern Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit, Wissen, Weisheit und Verständnis seinen Weg in die Ohren der zuerst vorrangig farbigen Bevölkerung der USA zu bahnen.

RAP ist der musikalische Ausgangspunkt einer Strömung, die zu den einflussreichsten Erscheinungen der Musik der heutigen Zeit gehört. Damals als Ausdruck eines neuen afroamerikanischen Selbstbewusstseins, versteht sich der Rap auch heute noch als agitierendes Sprachrohr gegenüber gesellschaftlichen und politischen Situationen.

DJING Was heutzutage jedem als Rapmusik bekannt ist, ist zu großen Teilen den Discjockeys (DJ), Turntablisten und Plattenlegern (PL) zu verdanken. "Turntablism" bezeichnet das Einsetzen eines Plattenspielers als Musikinstrument, durch perkussives Einsetzen von Scratches, Cuts und Beat-Juggling. Zu Beginn der 70er wurden im New Yorker Stadtteil Bronx, im Rahmen der legendären "Block-Parties", mit großer Beliebtheit "Soundsystem-Contests" veranstaltet, wobei schließlich der Teilnehmer als Gewinner gekürt wurde, der mit der größten Lautstärke des eigenen Soundsystems (Stereoanlage) auftrumpfen konnte. So machte sich ein ehemaliger Writer (Graffiti-Künstler) namens Kool Herc einen Namen. Zur Legende wurde Kool Herc durch die Erfindung der "Breaks" (woher sich auch der Begriff "Breakdancer" ableitet - "Tanzen zu den Breaks").

B-BOYING Die Wurzeln des B-Boyings (Breakdance) liegen, wenngleich sich die HipHop-Kultur erst Mitte der 70er in den USA zu entwickeln begann, geschichtlich viel weiter zurück. In der Zeit der Sklaverei trainierten brasilianische Sklaven, denen jede Form von Kampf verboten war, getarnt als Tanz mit dem sogenannten "Capoeira", einer Mischung aus Tanz und Kampf ohne Berührung (vergleichbar in etwa mit dem Prinzip des Schattenboxens).Vergleicht man Capoeira mit den Breakdance-Figuren und "Power-Moves" der B-Boys, ist die Verwandtschaft zwischen diesen Stilen schwer zu leugnen.

Ende der 70er gaben die DJs mit dem Mixen ihrer "Breaks" dem Breakdance schließlich seinen Namen. Anfangs waren es hauptsächlich junge Mädchen, die sich auf artistische Weise zu den Rhythmen der Funk- und Discobeats bewegten und damit die Jungs anzogen, welche dies natürlich nicht auf sich sitzen lassen konnten und schnell den kompletten Bereich des B-Boyings für sich beanspruchten.

GRAFFITI Die Wurzeln des Writings liegen, wenn man es ganz genau nehmen will, vermutlich irgendwo in der Steinzeit, als Höhlenmenschen ihre Geschichten mit primitiven Bildchen an den Wänden ihrer Behausungen verewigten. Dieses Auf-sich-aufmerksam-machen-wollen, ist auch heute noch eine der Grundfesten moderner Graffitis. Kein anderes Element des HipHops hat so wenige bekannte Stars, aber auch kein anderes Element steht in einem annähernd starken kontinuierlichen Konflikt mit dem Gesetz! Sind Graffitis nun Kunst oder Schmiererei?

Seit den 70er Jahren hat sich die Subkultur HipHop ständig weiterentwickelt und ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht.